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United Imperium of Google

Nach eigenen Aussagen verfolgt Google den Auftrag und das Ziel Information zu organisieren. Was den Herrschaften auch ziemlich gut gelingt. 2003 wird der Webloghost Blogger gekauft, die Googlenews werden gelauncht, im Jahr darauf folgt Googlemap. Ebenfalls 2004 fixiert Google die Zusammenarbeit mit den US-Uni-Bibliotheken in Stanford, Harvard und Michigan sowie der New York Public Library und der Uni-Bibliothek im britischen Oxford an. 15 Millionen Bücher sollen gescannt und kostenlos ins Netz gestellt werden. Die geschätzten 150 Mio Dollar sind nach Googles Börsendebut ein Pappenstiel für das Unternehmen.

Die Anmeldungen zu Google´s neuem Freemailer Gmail werden seit Wochen wie am Schwarzmarkt unter der Hand gehandelt. Wer was auf sich hält, hat bereits einen Account und verschickt mit stolz geschwellter Brust Einladungen. Ein auf breite Masse konzipiertes Feature, mit dem Image von Individualität. Zumindest bis es alle haben. Branding at it´s best! Google hat die besten Chancen gleichzeitig Kult wie Massen zu bedienen und befindet sich auf dem besten Weg zur eierlegenden Wollmilchsau.

Ein wenig nachdenklich sollte das jedoch schon stimmen was sich da so als ganz selbstverständlich unter dem Deckmäntelchen der Einfachheit, zielstrebig in unser Informationsweltbild einschleicht. Denn, wenn man heute etwas wissen will ist fast immer Google die erste Adresse. Die Suchergebnisse bilden quasi die Quersumme die Wissens und sind somit das Schlüsselloch zum Datensilo dieses Planeten.

Was aber wenn Selektionsverfahren bestimmte Informationen ausblenden? Google scannt bereits neonazistische Inhalte und (um uns zu schützen?) blendet diese aus. Das bedeutet, dass die Manipulation von Information bereits gegenwärtig ist. Interessieren würde mich auch nach welchen Masstäben in Zukunft über Gut und Böse entschieden wird? Die Kooperation mit den angloamerikanischen Eliteunis wird die Welt dann auch zwangsläufig aus einer rein angloamerikanischer Perspektive zeigen.

Im Moment sieht alles so aus als überantworte man Google freiwillig das Monopol zur Organisation von Information. So viel Macht in einer Hand macht mich grundsätzlich skeptisch und frei nach dem Motto aller Wissenschaften „Menschen werden immmer versuchen alles was möglich ist auszuschöpfen“ befürchte ich Zukunftsszenarien dieser Art.

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3 Comments

  • EINVOLL » WEBLOG » ARCHIV » Der Google Masterplan on Feb. 04, 2007 Reply

    […] Neues Futter für Verschwörungstheoretiker. In ihrer Abschlussarbeit zeichnen Ozan Halici und Jürgen Mayer ein durchaus realistisches Szenario. Ich hab´s ja früher schon mal gesagt und der strategische Aktionismus von Google kann einem auch wirklich recht geben. Bei aller Kritik trifft Google jedoch nur eine Teilschuld am schleichenden Verlust unserer Privatsphäre. Die Hauptverantwortung trägt immer noch der User selbst. Und die Gründe dafür liegen zum grössten Teil im unreflektierten Umgang mit dem Medium. Direkt bei Sevenload gucken » […]

  • Harald Scheirich on Apr. 25, 2005 Reply

    Seit es Massenmedien gibt wird die Information die wir zu Gesicht bekommen von denen die uns die Information zur Verfügung stellen gefiltert, war es früher die Kirche, die Fernsehanstalten oder andere Entitäten so ist Google und andere im Moment dieser Filter.

    Ich sehe die Geahr darin das wir vergessen, daß Google nur ein Filter ist und eine Agenda hat. Das bild das in dem Clip gezeichnet wird ist sicher nicht ganz falsch, der Strom von Bloggern hat jetzt schon den Journalismus verändert.

  • Gabriel on Apr. 25, 2005 Reply

    Werden die Erstnutzer des Internet, also die mit den besten Vergleichsmöglichkeiten des Internet von heute mit dem, was sie zu Beginn sahen, auch die ersten sein, die es wieder verlassen? Ich selbst halte ein Auge offen für diese Entwicklung – es könnte einfach das nächste große Ding sein.

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19708/1.html

    Gabriel

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