Achtet mir die Programmierer

Seit es Gedrucktes gibt haben wir gelernt auf eine ganz bestimmte Art zu lesen. Zeile für Zeile, von links nach rechts, zumindest in unserem Kulturkreis. Seit ein paar Jahrzehnten nehmen wir Information aber immer häufiger auf Bildschirmen zu uns. Unser Wahrnehmungsverhalten hat sich dem Medium jedoch kaum angepasst, vielleicht weil wir das nie hinterfragt haben.
Über Programmierer kann man sagen was man will, aber wenn Code geschrieben wird, dann so, dass er übersichtlich ist, zumindest wenn der Coder sein Fach versteht und nicht Feind seiner Zeit ist. Reading Online beschäftigt sich mit einer verbesserte Art der Informationsaufbereitung und orientiert sich dabei an den Strukturen von Programmiersprachen. Visual-Syntactic Text Formatting (VSTF) gliedert Texte mit Einrückungen und in kurzen Zeilen. Das fokussiert Aufmerksamkeit, schafft neue Strukturen und macht Texte wesentlich schneller erfassbar als herkömmliche Satzbilder auf totem Holz.
Ein interessanter Ansatz für die Gestaltung von Text, ausserhalb von Programmcodes hab ich das noch nicht bewusst wahrgenommen. Mal schaun wo sich das einsetzen lässt.
[via information aesthetics]
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5 Comments
Merci, ich habs eh schon gefunden, aber 2 Tage gebraucht um es zu verstehen. Schon revolutionär, wenn man bedenkt wann er das geschrieben hat.
http://www.poets.org/viewmedia.php/prmMID/15402
Und mal nach „Cummings“ und „Grashopper „googeln.
Das ist das Gedicht, mit dem der Sprung des Grashüpfers verbal ( mit basic Typografie) … mehr sog i net.
Als OttoNormal-Leser hab ich natürlich keine Ahnung wer das ist. Werde den Herrn aber gleich Wikipedeln.
Wenn E. E. Cummings noch leben würde und ein Herz für Coder hätte. Der hat Visual Poetry gemacht, und er würde dann heute Code Poetry machen.
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