Sensations-blog-tourismus
Ich kenn Menschen für die Begriffe wie Skype, Weblog, Podcasting, RSS, Wiki, etc, so alltäglich sind wie das Fernsehen oder das Telefon ohne Schnur. Anderen widerrum gehts dabei so wie mir, wenn ich im Supermarkt vor der Kühlvitrine mit den vielen bunten Youghurtbechern stehe. Gottseidank, denn wir verdienen schliesslich unser Geld damit diese Technologien für Kommunikationsziele entsprechend einzusetzen.
Aber anscheinend dürfte ja das mit den Youghurtbechern funktionieren, sonst würden nicht so viele, viele Menschen das Zeug kaufen. Viele, viele Menschen in D-Land lesen auch die »Bild«. Ok, denk ich mir, vielen reicht ein fragwürdiger Unterhaltungswert und eine superlative Berichterstattung. Und ausserdem man zahlt gern dafür sich belügen zu lassen.

Was mich aber überrascht hat: Ich dachte immer, dass Menschen die im Kommunizieren die Nase vorne weg haben, z.b. jene für die »Weblog« kein Fremdwort ist, »bessere« Menschen sein, oder »intellektuellere«. Weit gefehlt scheint mir, denn das, mit Abstand, meistgelestenste deutsche Blog ist das Bildblog, das minutiös und mutig alle Auswüchse des Blättchens aufzeigt. Nicht falsch verstehen, natürlich ist es gut, wachsam und kritisch zu sein. Mich wundert lediglich das massive Interesse. Kommt mir ein bisschen vor wie Sensations-blog-tourismus. Scheisse bleibt Scheisse, egal von welcher Seite man sie ansieht. Und viele Fliegen gibt es da wie dort.
Angesichts der Nominierung des Bildblog für den Grimme Online Award hat Guido Grigat seine Gedanken über den Bildblog zusammengefasst.
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