Das Internet wird erwachsen
Gerade stehen wir an der Wende zu einer neuen digitalen Kommunikationskultur. Das Internet, mit seinen zumeist statischen Seiten, die unter verhältnismässig hohem Aufwand bearbeitbar waren und somit in sich abgeschlossene Inseln darstellten, ist Geschichte. Es heisst jetzt Web 2.0 und beschreibt ein neues Netzverständnis, eine veränderte Wahrnehmung und Nutzung des Internet. Technische Grundlage dafür sind eine Kombination von Technologien, die zum Teil bereits Ende der 1990er Jahre entwickelt wurden. Allen voran sind es offene Programmierschnittstellen (API´s) die einen standardisierten Datenaustauch ermöglichen. Die, dadurch zahlreich entstandenen, Anwendungen nennt man Social Software.
Bei der Entwicklung solcher Anwendungen spielt die Philosophie von Open Source eine wesentliche Rolle. Der Fokus liegt demnach wieder beim User und seinen Bedürfnissen. Social Software ist in der Regel kostenlos verfügbar und unterstützt die digitale Vernetzung und Interaktion zwischen Usern und somit die Bildung von sozialen Netzwerken und Communities. Für diesen Trend stehen neben den immer populärer werdenden Wikis, bekanntestes Beispiel: Wikipedia, vor allem die rasant steigende Zahl von Weblogs weltweit. Benutzer können einfach Beiträge publizieren, die von anderen Benutzern kommentiert werden können. Es entsteht ein Gefühl von Zusammengehörigkeit, das als „Blogosphäre“ bezeichnet wird. Der Internetbrowser wird dabei zur Schnittstelle, das Internet zur Plattform. Die Installation von Software auf dem eigenem Rechner wird hinfällig. Die Grenzen zwischen lokaler und dezentraler Verfügbarkeit und Bearbeitung von digitalen Daten heben sich grossteils auf. Lautete die Devise im „alten“ Internet noch „one to many“, zeigt die Tendenz im Web 2.0 deutlich auf „many to many“.
Das bringt viele Chancen aber auch Risken. Die verkrampfte Suche nach neuen Geschäftsmodellen auf Basis von Web 2.0, würde bedeuten die Fehler der dotcom-Äera zu wiederholen. Für Unternehmen steckt im Web 2.0 aber weit mehr, als „neue Geschäftsmodelle“. Viel wichtiger ist es aber zu evaluieren, wie ein Unternehmen Web 2.0 für effektivere Unternehmenskommunikation einsetzen, bzw. in bestehende Strategien einbinden kann. Die Frage sollte demnach nicht lauten: „Wie können wir damit Geld verdienen“ sondern „Was bedeutet Web 2.0 für unser Unternehmen“.
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One Comment
[…] Die meisten Menschen in meinem Alter, die sich im Netz rumtummeln glauben sie sind aktive user, weil sie in Suchmaschienen recherieren, webblogs lesen, e-mails schreiben und lesen. Dem ist aber nicht mehr so. Diese user nennt man mittlerweile passive user. Aktive user schreiben selbst – im eigenen weblog, oder sogenannten buisness weblogs kommentieren, liefern Beiträge in Wikis oder teilen ihr Wissen an anderen Stellen. Die Zeiten haben sich geändert und viele bekommen es nicht mit. Meine Generation ist nicht mit dem Internet groß geworden. Für uns ist es nicht selbstverständlich in Communities zu denken.Um es zu verstehen, sollte man erst einmal realisieren,das die virituelle Welt sich immer weiter entwickelt und vor allen Dingen immer schneller. Es gibt Menschen die kennen sich sehr gut aus. Man könnte fragen, aber was soll man fragen. Diesen Beitrag lesen sie gerade in einem webblog? Wieviele andere weblogs lesen sie regelmäßig? Besuchen sie jeden einzeln machen sie sich das Leben mit bloglines leichter ? Ich habe zum Glück Menschen in meinem Umfeld, die mich informieren, die ihr Wissen ohne Aufforderung mit mir teilen. Seitdem habe ich Fragen und es werden täglich mehr. […]